DTM 2009 – Norisring
Am Wochenende stand der 3. Saisonlauf der „Deutschen Tourenwagen Masters 2009″ (DTM) auf dem Nürnberger „Norisring“ auf dem Programm. Nach 5 Jahren Pause war ich, u.a. mit Bruder und Sohnemann, auch wieder vor Ort. Eine Gold-Karte (nur) für Sonntag schlug mit satten 70,– EUR zu Buche. Gegenwert allerdings: pralles (Renn-)Programm, große Fannähe und eine ganz besondere Atmosphäre.
Um die Preisdiskussion aber auch gleich im Keim zu ersticken: beim Norisring handelt es sich um eine nicht permanente Rennstrecke und dadurch ergibt sich ein ungleich höherer Aufwand für die Veranstalter, als bei anderen Rennstrecken. Dies muss sich logischerweise und letztendlich auch im Preis bemerkbar machen.
Der Aufwand, der in Nürnberg betrieben wurde, war dann auch immens. Vorbei sind die Zeiten, in denen man (je nach Witterung) entweder völlig verstaubt oder total zugematscht nach Hause fuhr. Norisring im Hier und Jetzt: Holzkonstruktionen mit Kunstrasenbelag im gesamten Fahrerlagerbereich. Alles weich und sauber. Klasse!
Im Vergleich zu früheren DTM-Besuchen waren wir dieses Jahr als reine „Casual“-Renntouristen unterwegs. Sonntagsmorgens hin – Sonntagsnachmittags zurück. Keine Trainings und „nur“ zwei Rennen angesehen, aber Spaß gemacht hat es trotzdem. „DTM to go“ gewissermaßen…
Das Fahrerlager lag, wie immer in Nürnberg, schon fast verträumt am Dutzendteich und auf keiner Rennstrecke kommt man näher an Autos, Fahrer und Offizielle ran, wie hier. Wo sonst ist es möglich, sich die Siegerautos aus gerade einmal 1,50m in aller Ruhe anzusehen?
Auszug aus der „Promi“-Liste, die uns quasi direkt vor die Füße liefen:
- Hans-Jürgen Abt
- Django Asül
- Walter Röhrl
- Wolfgang Rother
- Gary Paffett
- Dr. Wolfgang Ullrich
Die Markenwelten sahen wie immer imposant aus und die Team-Hospitalities (vor allem von Audi) entlockten einem schon ein „Wow!“. Nobel und stylish. Wirtschaftskrise? Irgendwie nicht. Zumindest nicht hier.
Neben Hüpfburgen für Kinder und Wii-Mariokart-Turniere für die Größeren gab es Gesprächsrunden u.a. mit Mika Häkkinen und David Coulthard. Bei Audi moderierte der aus dem D:SF bekannte Auto-Enthusiast Wolfgang Rother und auf der ARD-Bühne gab es u.a. „Ich & Ich“, sowie Loona live zu sehen.
Ein Wochenend-Ticket wäre übrigens nur ungleich teurer gewesen, so dass man alles in allem gesehen, mit dem Preis-/ Leistungsverhältnis schon zufrieden sein kann und muss.
Kleiner Kritikpunkt: die Beschilderung der einzelnen Tribünen ist verbesserungswürdig! Trotz vorhandener Ortskenntnisse aus den früheren Besuchen ist es uns erst im dritten Anlauf gelungen, zum „Schöller-S“ vorzudringen. Die Organisation der Zuschauerschleusen war ebenfalls mangelhaft (bitte zukünftig die Laufrichtungen trennen!).
Was bleibt? Ein unterhaltsamer Sonntag mit tollem, professionellen Motorsport (DTM-Grundsatzdiskussionen über das Für und Wider der Pflichtboxenstopps und die dadurch kaum vorhandene Transparenz für die Zuschauer vor Ort lasse ich hier bewusst außen vor), guter Stimmung und das Gefühl, mal wieder „etwas Besonderes“ erlebt zu haben.
In diesem Post geht es mir um die subjektiven Eindrücke und nicht um einen Rennbericht, aber der Vollstängkeit halber: Jamie Green (Mercedes C-Klasse) hat nach dramatischen Positionskämpfen in den letzten Runden (mit Timo Scheider (Audi) und Bruno Spengler (Mercedes)) gewonnen.

Norisring-Sieger Jamie Green (Foto: kreder.org)
Wolle.
